Briten knausern bei F&E-Ausgaben für Elektronik - Embedded.com

Briten knausern bei F&E-Ausgaben für Elektronik

LONDON &#151 Im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz forschen britische Unternehmen nur wenig. Das zeigt das Anfang der Woche vom britischen Wirtschaftsministerium veröffentlichte “R&D Scoreboard”.

Die Studie klassifiziert die Unternehmen nach ihrer Börsennotierung. Daher erscheinen Oxford Instruments und Roxboro im Abschnitt “Electronic and Electrical”, während ARM, Bookham Technology und Filtronic als IT-Hardware-Unternehmen aufgeführt werden.

In allen Bereichen zeigt die Studie, dass Unternehmen, die stark in Forschung und Entwicklung investierten, in den vergangenen Jahren eine weitaus bessere Performance als der restliche Aktienmarkt ablieferten. Insgesamt war der Nennwert der Aktien der zehn F&E-stärksten Unternehmen beim Londoner Börsenindex FTSE 100 so hoch wie seit 1997 nicht mehr. Ein Portfolio mit Aktien dieser Unternehmen wäre seit 1997 um 30 Prozent im Wert gestiegen. Der FTSE 100 fiel dagegen im gleichen Zeitraum um 15 Prozent.

Der britische IT-Hardware-Sektor weist eine F&E-Dichte (F&E anteilig zum Umsatz) von 10,3 Prozent auf und entspricht damit in etwa dem internationalen Durchschnittsniveau von 10 Prozent. Dennoch ist der britische Sektor proportional kleiner. So werden in Großbritannien nur 6,2 Prozent für F&E ausgegeben (in 2002 waren es noch 8,2 Prozent), während international 21,7 Prozent (25,1 Prozent in 2002) in Forschung und Entwicklung fließen. Die heftigste Veränderung in Großbritannien war die Kürzung des F&E-Etats von Marconi, einem wichtigen Netzwerkausrüster. Bei Marconi waren auch die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 54 Prozent rückläufig.

Nur 17 IT-Hardware-Anbieter in Großbritannien investieren jährlich über 10 Millionen GBP – umgerechnet 14,4 Millionen Euro – in F&E. Davon sind elf britische Unternehmen.

Der internationale IT-Hardware-Sektor musste gegenüber dem Vorjahr Umsatzeinbußen von 11 Prozent hinnehmen, was einen Rückgang der F&E-Ausgaben um 10 Prozent zur Folge hatte. Der Umsatz im britischen Sektor ging um 34 Prozent zurück. Kürzungen bei den F&E-Etats um 31 Prozent waren die Folge. Ursache waren nicht zuletzt Umsatzeinbußen und F&E-Kürzungen bei den drei größten Unternehmen.

In Großbritannien entfielen nur 3,7 Prozent der F&E-Ausgaben auf den Elektronik-Sektor. Das internationale Niveau lag dagegen bei 10,4 Prozent. Neun britische Anbieter von Elektronik und elektrischen Geräten steckten jährlich mehr als 10 Millionen GBP in F&E. Davon haben mit Invensys, Spectris, Renishaw und Oxford Instruments vier ihren Hauptsitz in Großbritannien.

Die britische Industrie für Elektronik und Elektrogeräte gibt im Schnitt 2,6 Prozent für F&E aus. Der internationale Vergleichswert beträgt 6 Prozent. Die Investitionen in Kapitalgüter betrugen auf der Insel nur 2 Prozent, verglichen mit dem internationalen Wert von 5,1 Prozent.

Während international die Umsätze stagnierten und die F&E-Ausgaben um 3 Prozent sanken, verzeichnete Großbritannien Umsatzeinbußen von 13 Prozent und F&E-Kürzungen um 5 Prozent.

Bei der Erteilung von Patenten herrscht international bei Elektronik und Elektrogeräten starke Aktivität: Durchschnittlich sieben US-Patente je 10 Millionen GBP F&E-Investitionen wurden 2002 erteilt. Das ist das höchste Verhältnis aller Sektoren.

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