DAB-Chipsätze werden Markt für Mobil-TV aufrollen - Embedded.com

DAB-Chipsätze werden Markt für Mobil-TV aufrollen

LONDON &#151 Nahezu 30 Millionen TV-Handys werden bis zum Jahr 2010 den Digital-Audio-Broadcasting-Standard (DAB) einsetzen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Eureca Research. Dazu rechnen die Marktforscher mit weiteren 20,5 Millionen Mobilgeräten wie Musik-Player, portable Video-Player und Laptops, die ebenfalls DAB-Chipsätze intus haben werden.

Die Weiterentwicklung von Rundfunk-Technologien wird künftig Fernsehprogramme und Multimedia-Content auf kleine Mobilgeräte wie Handys bringen. Damit entsteht auch ein neues Geschäftsfeld: Stark im Kommen sind so genannte mobile Multimedia Broadcast Services (MMBS), die Mobil- und Rundfunkdienste vereinen.

Wie bei den meisten neuen Geschäftsfeldern gibt es anfangs eine verwirrende Auswahl an unterschiedlichen Technologie-Plattformen. Diese reichen vom Digitalrundfunk und proprietären Standards für per Satellit ausgestrahlten Multimedia-Content bis hin zu TV-Standards wie DVB-H und ISDB-T.

Eureca Research aus dem britischen Bangor sieht im Eureka-147-DAB-Standard eine interessante, risikoärmere Alternative, verglichen mit den meisten anderen Technologien. “Dank DAB rechne ich in den nächsten 12 bis 18 Monaten mit einer erheblich schnelleren Akzeptanz des digitalen Rundfunks. Es wird zunehmend mehr verfügbare Frequenzspektren im wichtigen VHF-Band geben”, prophezeit Gareth Owen, Research Director bei Eureca. “Bedenken wegen der spektralen Effizienz des Eureka-147-Standards sollten mit der Einführung des neuen DAB-v2-Standards vom Tisch sein, der die Verwendung des AAC+-Codecs vorsieht”.

Laut Eureca Research wird die Zahl der TV-Handys von derzeit 450 000 Stück bis Ende 2010 auf 155,5 Millionen anwachsen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 105 Prozent.

Insgesamt werden demnach 29,5 Millionen Mobiltelefone den DAB-Standard nutzen und damit 19 Prozent des Weltmarkts ausmachen. In den kommenden fünf Jahren dürfte sich für Gerätehersteller damit ein potenzieller Markt von 17,6 Milliarden Dollar eröffnen.

Mit dem Aufkommen des mobilen Fernsehens werden viele Länder das neue Spektrum größtenteils für mobile TV-Dienste nutzen, so die Eureca-Prognose. Die derzeitige Datengrenze für DAB-Multiplex-Dienste dürften die meisten Staaten lockern. Dadurch wird dann mehr Kapazität verfügbar.

Anfang 2006 werden in Grossbritannien und Südkorea die ersten kommerziellen Mobil-TV-Dienste starten, die auf Eureka-147 basieren. Mit dem wachsenden Interesse in anderen Teilen Asiens, insbesondere in China, sowie in mehreren europäischen Ländern könnte sich Eureka-147 als zweiter globaler Standard etablieren und damit zur DVB-H-Konkurrenz werden. Einzige Voraussetzung: Eureka-147 muss sich die breite Unterstützung der Handy-Hersteller sichern.

Eureca Research sagt ein MMBS-Wachstum in Europa voraus, das vor allem auf DAB-IP- und T-DMB-Diensten basieren soll. Anfangs werden dabei noch gemeinsame Kapazitäten über vorhandene DAB-Netze genutzt. 2006 und 2007 sollen dann neue DAB-Netze folgen, die speziell für MMBS-Dienste ausgelegt sind. Mittel- bis langfristig wird die terrestrische MMBS-Landschaft aus mehreren DAB-Netzen mit geringer Kapazität bestehen. Viele davon werden Free-to-Air-Programme ausstrahlen. Wahrscheinlich wird es ausserdem ein oder zwei DVB-H-Netze pro Land mit höherer Kapazität geben.

Mobile Rundfunk-Technologien werden zudem zahlreiche Consumer-Geräte wie Musik-Player, portable Video-Player und Laptops erobern. “Alle neuen Musik-Player werden bis 2010 einen Rundfunk-Empfangsteil besitzen. Der Grossteil dieser Geräte wird dabei mit DAB-Technologie ausgestattet werden”, schätzt Owen. Der erste Musik-Player, der DAB-Rundfunkprogramme empfangen und Musiktitel speichern kann, soll 2006 auf den Markt kommen. “Die Radiosender sind für einen Boom bei Musik-Downloads ausgezeichnet positioniert. Das könnte eine bedeutende Marktchance für die Rundfunkbranche werden.”

Der jüngste Marktstart von Apples Video-iPod könnte den Markt für portable Video-Player und Video-Download-Angebote kräftig ankurbeln. Die Anbieter von persönlichen Videorecordern (PVR) bereiten sich derzeit auf die Markteinführung portabler Player vor, die über USB an Videorecorder angeschlossen werden können. Pay-TV-Teilnehmer könnten so gespeicherten Content auf Mobilgeräte übertragen, um auch unterwegs nicht aufs Fernsehen verzichten zu müssen. Diese Geräte wird es zunehmend mit unterschiedlichen MMBS-Technologien wie DAB-IP/T-DMB und DVB-H geben.

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