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Halbleiterdistribution wächst in Deutschland

LONDON &151 Der europäische Halbleiter-Distributionsmarkt hat sich im Sommervierteljahr zwischen Juni und September etwas erholt. Der deutsche Markt zeigte sich von seiner starken Seite, während Skandinavien, Frankreich und Großbritannien einen Schwächeanfall erllitten.

Der Branchenverband Distributor's and Manufacturer's Association of Semiconductor Specialists (DMASS) verzeichnete im Beobachtungszeitraum eine Aufwärtstendenz beim Umsatz von 4,5 Prozent, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt ermittelte der Verband einen Umsatz von 1,07 Milliarden Euro.

DMASS-Vorsitzender Pierre-Yves Ferrard zeigte sich erfreut, dass “die europäische Distribution die Kurve zum Wachstum geschafft hat”. Bedenklich stimmt den Würdenträger, dass die Nachfrage ausschließlich aus dem PC-Markt kam. Das Industriegeschäft habe sich nicht erholt, einige Länder hätten sogar einen weiteren Rückgang verzeichnet.

Weil aber der PC-Markt starken saisonalen Schwankungen unterliegt, hat die DMASS beschlossen, ab Q4/2003 seine Berichte auf den Mainstream-Distributionsmarkt zu konzentrieren und den Umsatz aus dem PC-Geschäft aus seinen Quartalsberichten zu verbannen.

Die Wachstumsraten innerhalb Europas zeigen von Land zu Land ein extrem unterschiedliches Bild. Osteuropa legte um satte 60 Prozent auf 91 Millionen Euro zu, die iberische Halbinsel nahm für 42 Millionen Euro Chips ab, 35,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch Deutschland als Europas größter Markt zeigte Dynamik: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 348 Millionen Euro. Die Nachfrage aus Skandinavien hingegen ging um 19,5 Prozent auf 97 Millionen Euro zurück. Frankreich schwächelte um 19 Prozent und setzte 100 Millionen Euro um. Großbritannien mit Irland fragten 10 Prozent weniger Chips nach (Umsatz 140 Millionen).

“Für die ersten neun Monate des Jahres war Osteuropa eine schöne Erfolgsstory für die Halbleiterdistribution”, kommentierte Ferrard. “Während Frankreich und UK mit Offshore-Tendenzen zu kämpfen hatten, scheint Deutschland die einzige Vertriebsregion zu sein, die im Kampf gegen die Verlagerung der Produktion in Billigländer ihre Position verteidigen kann”.

Nach den Zahlen der DMASS wuchs der Umsatz mit programmierbarer Logik um 9,6 Prozent, Optoelektronik legte um 2,2 Prozent zu. Das Mikrocontroller-Geschäft trat bei hohem Umsatz (151 Millionen Euro) auf der Stelle, diskrete Halbleiter einschließlich Leistungshalbleiter fielen um 3,3 Prozent zurück. Analoge Bauelemente, mit einem Umsatz von 239 Millionen Euro bei weitem die größte Gruppe, gingen um 9,4 Prozent zurück. Mit Speicherprodukten wurde ein Umsatz von 88 Millionen Euro erzielt, 17,5 Prozent weniger als im Vorjahr. EEPROMs allerdings wuchsen gegen den Trend um 11 Prozent.

Die DMASS besitzt 26 aktive Mitglieder. Ihr Umsatz repräsentiert zwischen 70 und 80 Prozent des europäischen Distributionsmarkts.

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