Software wird für die Silizium-Ingenieure immer wichtiger - Embedded.com

Software wird für die Silizium-Ingenieure immer wichtiger

BUDAPEST &#151 Die Konvergenz von Funktechnologie und Consumerelektronik schafft hervorragende Rahmenbedingungen für Wachstum im Technologiesektor. Dabei schwinden die Grenzen zwischen Hard- und Software zunehmend.

Auf dem International Electronics Forum des Marktforschungsinstituts Future Horizons erläuterte Doug Rasor, bei Texas Instruments für das weltweite strategische Marketing zuständig, die Wachstumsperspektiven aus der Sicht des US-Halbleiterherstellers. Danach gibt es an beiden Enden des Produktspektrums gute Wachstumschancen. Besonders lukrativ sei der Markt für Mobiltelefone mit eingebauten High-end-Kameras – dieser soll um bis zu 20 Prozent jährlich wachsen. Ähnlich gut sei es um den Low-end-Markt für Einfachhandys bestellt, die lediglich über Sprachfunktionen verfügten, so Rasor.

Diese beiden Sektoren locken die Chiphersteller mit Stückzahlen im dreistelligen Millionenbereich. “Man muss sich auf die Bereiche mit hohem Wachstum konzentrieren”, erläuterte Rasor die Strategie seines Unternehmens.

Der Manager sieht eine dramatische Zunahme bei der Anzahl der Chips pro Wafer für den Zeitraum von 1994 bis 2008. Die Taktfrequenz werde aber als Wettbewerbskriterium in den Hintergrund treten. Statt dessen werde der Kampf um den Kunden über Faktoren wie Stromverbrauch, Chipgröße und Kosten geführt.

Um die Entwicklung weiter voranzutreiben, sind neue Technologien bei der Siliziumverarbeitung erforderlich. Diese erfordern jedoch milliardenschwere Investitionen. Große Anbieter, die sämtliche Elemente der Prozesskette beherrschen, haben damit einen Vorteil gegenüber kleineren Marktteilnehmern, meinte Rasor.

Im Übrigen hat der Experte erkannt, dass Funktionserweiterungen bei der Hardware nur einen Teil des Fortschritts darstellen. Zunehmend rücken softwaregestützte Chip-Plattformen in den Mittelpunkt. Sie erst ermöglichen die Zusammenführung unterschiedlicher Standards. “In Mobiltelefonen findet eine kontinuierliche Innovation statt, bei der mehr und mehr Funktionen per Software realisiert werden, anstatt dafür dedizierte Hardware oder rekonfigurierbare Plattformen zu nutzen”, hat Rasor beobachtet.

Es sei nicht realistisch, dass die Chiphersteller lediglich einen Siliziumbaustein und ein Datenblatt zur Verfügung stellten. Statt dessen werden diese Unternehmen künftig einen immer größeren Teil der Kernsoftwarefunktionalität bereitstellen, vermutet der Texas-Instruments-Experte. So beschäftige der Halbleiterhersteller bereits mehr Ingenieure in der Softwareentwicklung als im Chipdesign.

Die Grenzen zwischen diesen traditionell streng abgegrenzten Bereichen beginnt jedoch zu verschwimmen. Hardwaredesigner müssen die Software kennen, und die Softwareprogrammierer müssen sich zunehmend mit den Eigenheiten der darunterliegenden Hardware vertraut machen, um die maximale Leistung aus den Chips herauszuholen und möglichst effizienten Code schreiben zu können. Entwickler von Analogschaltungen werden zunehmend bei Mixed-Signal-Desings hinzugezogen.

Auch für Bereiche außerhalb der Entwicklunglsabors fordert Rasor eine veränderte Grundhaltung. “Auch das Marketing benötigt intime Kenntnisse der Technologie, ebenso wie die Techniker sich mit den Anforderungen und Gegebenheiten des Geschäfts vertraut machen müssen”, erklärte der Marketing-Manager.

Das gilt auch für das gesamte Unternehmen. So müssen sich die Silizium-Anbieter zunehmend auf die Anforderungen der “Kunden ihrer Kunden” einstellen. “Die Geschäftsbeziehungen mit Telekom-Carriern, Service Providern und Content-Anbietern verschaffen uns einen frühen Einblick künftige Merkmale, die auf dem Chip zu realisieren sind”, erläuterte Rasor. “Damit jeder in der Lieferkette seinen Profikt machen kann, müssen wir solche Beziehungen entwickeln.”

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